Parallel zu dem im klinischen Alltag weit verbreiteten Aachener Aphasie Test gewinnt das modellorientierte Vorgehen in der sprachtherapeutischen Diagnostik immer mehr an Bedeutung. Das Logogenmodell, ein gängiges psycholinguistisches Modell zur Einzelwortverarbeitung, ist dabei Grundlage neuer Diagnostikverfahren. Im Rahmen des Seminars stellen wir LeMo (Lexikon modellorientiert, De Bleser et al, 2004) vor, ein Diagnostikinstrument, mit dem die Funktionsfähigkeit nahezu aller Komponenten des Logogenmodells überprüft werden kann. Anhand der LeMo-Untertests können die zugrundeliegenden Störungsmechanismen beim auditiven und visuellen Sprachverständnis, mündlichen und schriftlichen Benennen, Lesen und Schreiben genau erfasst werden. Ausgehend von den diagnostischen Ergebnissen ist eine auf die spezifischen Störungsursachen der aphasischen PatientInnen abgestimmte Therapie möglich.
Inhalte
Nach einer Einführung in das Logogenmodell stellen wir die Untertests aus dem Diagnostikinstrument LeMo vor. Anhand von PatientInnenbeschreibungen werden exemplarisch die Möglichkeiten und Grenzen der modellorientierten Aphasiediagnostik aufgezeigt. Die TeilnehmerInnen sollen darüber hinaus auf der Basis verschiedener Falldarstellungen Ideen zum modellorientierten diagnostischen Vorgehen ableiten.
Zielgruppen
alle in der Sprachtherapie tätigen Berufsgruppen
Termin
am 06.06.2011 von 11:00 bis 18:00 Uhr und 07.06.2011 von 08:00 bis 13:00 Uhr